Tor aus Source auf Debian installieren
Config, Linux Tools, Security
Das Tor Netzwerk ist eine Möglichkeit für Anonymität im Internet zu sorgen, indem die eigene IP versteckt wird. Tor sorgt dabei dafür, dass der Traffic über drei verschiedene und ständig wechselnde Tor-Server läuft. Damit kann zwischendrin und auch am Ende nicht nachvollzogen werden, woher bestimmte Anfragen kamen.
Zu Zeiten des Bundestrojaners, der eine Online-Durchsuchung ermöglichen soll, ist es sicherlich hilfreich dem vorzubeugen. Also: zuerstmal den Tor-Client installiert.
Das Ganze habe ich aus den Quellen übersetzt. Somit zuerst die Tor Quellen downloaden (Source tarballs) und entpacken (tar -xzf tor-x.x.x.x.tar.gz).
Anschliessend ein ./configure ausführen. Möglicherweise gibt es da Fehlermeldungen, weil die passenden Pakete nicht verfügbar sind. Es werden folgenden libraries benötigt: libevent und libssl.
Es müssen auf jeden Fall auch die dev-Pakete installiert sein, sonst gibt es Fehlermeldungen! (Could not find a linkable libevent bzw. Could not find a linkable libssl) Also: apt-get install libevent-dev und apt-get install libssl-dev.
Nachdem das erledigt ist, läuft das ./configure und das ./make gut durch. Tor liegt jetzt im Verzeichnis ../src/or/tor Von dort aus kann es gestartet werden. ( mit: ../src/or/tor & )
Weiterhin wird privoxy benötigt. Den habe ich als debian-Paket installiert.
apt-get install privoxy
Die Standard-Config /etc/privoxy/config muss nur an einer Stelle geaendert werden:
forward-socks4a / 127.0.0.1:9050 .
Wenn der privoxy und tor laufen, ist nur noch der Browser entsprechend zu konfigurieren:
Im Iceweasel wird das folgendermassen gemacht:
Edit –> Preferences –> Connection –> Settings…
Dann Manual proxy Configuration aktivieren und für den HTTP Proxy localhost Port 8118 einstellen und Use this proxy server for all protocols aktivieren. Fertig.

Nun wird es Zeit zu schauen, ob die Verbindung über Tor läuft. Dazu kann eine Testsite aufgerufen werden, die die scheinbar eigene IP gegen die Tor-Exits checkt. Ist man mit einer Tor-Exit IP unterwegs, so ist man logischerweise im Tor-Netz angemeldet. Testen kann man das auf dieser Seite
Dann sollte es etwa so aussehen:

Dann wird man sofort feststellen, dass die Internetverbindung wesentlich langsamer geworden ist. Und das ist auch der Grund, warum ich ungern ständig mit Tor serven möchte. Also: Was tun? Ich lege einen weiteren User an, bei dem die Internetverbindungen so konfiguriert sind, dass man ausschließlich über Tor surft. Und, wie bereits geschrieben, besteht auch die Möglichkeit beide User unter KDE mit einer eigenen Session anzumelden. Dem Tor_User werden dann die entsprechenden Scripte zum Starten bzw. killen des Tor-Clients in die ~/.kde/Autostart bzw. in die ~/.kde/shutdown gelegt.
Fazit: Die Einrichtung einer Internetverbindung über das Tor-Netzwerk ist völlig unproblematisch möglich. Die Surfgeschwindigkeit ist nicht der Hammer, dafür ist die Anonymität und damit auch die Sicherheit (Stichwort Phishing) wesentlich erhöht!

