FreeBSD on Sun Netra T1
FreeBSD, Toys for Boys
Auch auf die Gefahr hin, Langeweile zu verbreiten. Es gibt schon wieder etwas über die sun netra T1 zu schreiben.
Ich wollte ja schon lange eine Maschine mit FreeBSD betreiben. Und eine Mindestherausforderung sollte auch dabei sein, deshalb also: FreeBSD auf die sun drauf.
Voraussetzungen:
1. Ein passendes Image ziehen
2. tftpd betreiben (Konfiguration siehe hier)
Neu hinzugekommen ist die Anforderung, dass die Maschine weitere Infos braucht, um die restlichen FreeBSD Files des Images zu finden. (Es gibt kein einzelnes File, das den ganzen Boot-Vorgang abdeckt, wie dies bei Debian der Fall ist.) Deshalb muss noch ein bootpd laufen.
3. apt-get install bootpd
Zum Boot-Image gibt es zu sagen, dass FreeBSD das Ganze nicht so komfortabel gelöst hat, wie Debian. Bei Debian gibt es eine Datei und die reicht, um den kompletten Boot-Prozess abzudecken. FreeBSD liefert ein Boot-Image. Dieses Boot-Image wird dann in den tftpd-Folder gemountet.
mkdir /tmp/freebsd_image
mount -o loop /path/to/6.2-Release… /tmp/freebsd_image
cp -r /tmp/freebsd_image/* /srv/tftpd
ln -s /srv/tftpd/loader C0A8B23C (Hex-Übersetzung der IP-Adresse der Netra)
Weiterhin ist noch der bootpd zu konfigurieren. Hier mein Auszug der /etc/bootptab:
.default:\
:ht=ether:\
:td=/srv/tftpd:hd=/boot:bf=kernel:\
:sm=255.255.255.0
:sa=192.168.178.30arinna:\
:ha=080020FA06BA:\
:ip=192.168.178.60:\
:tc=.default
Der default-Eintrag weist darauf hin, wo der Pfad zu den Boot-Files ist. Nämlich in /srv/tftpd. /boot kennzeichnet das Root-Dir für die Boot-Umgebung. kernel ist das File, das die Maschinen als erstes booten sollen.
sa und sm sind die Server-IP bzw. die Netmaske des Netzes.
Der Eintrag unter arinna kennzeichnet die Maschinenspezifischen Daten des Clients. arinna ist in diesem Falle der Hostname der netra. Der Eintrag wird durch die Hardware bzw. Mac-Adresse eingeleitet. Anschließend wird eine IP verteilt. Die restlichen Einträge sind dem Default-Sector zu entnehmen.
Falls der bootpd nicht über inetd läuft, dann separat starten /usr/sbin/bootpd.
Jetzt die netra anwerfen (über minicom –> lom –> poweron). Ein boot net verleitet die Maschine dazu, die Datei loader zu holen. Danach beginnt sie den kernel zu laden.
Achtung! Ich habe einige Stunden an der Config rumgebastelt, weil ich immer vermutete irgendwas ist falsch. Nein, die netra braucht sehr lange, um den kernel zu laden. (Möglicherweise ist wirklich etwas nicht optimal konfiguriert. Auf jeden Fall zieht sie sich nach und nach die gewünschten Files. Im Zweifelsfall erstmal Kaffee trinken.).
OK, nun startet der Kernel und FreeBSD beginnt mit dem Installationsprozess. Ganz zu Beginn besteht die Möglichkeit die Art der Konsole auszuwählen. Achtung! Wer mit minicom arbeitet sollte unbedingt VT100 auswählen! Sonst funktioniert die Auswahl der Optionen nicht!
Den Rest kann man sehr komfortabel über ftp direkt vom FreeBSD-ftp-Server downloaden und nachinstallieren.
Abschließend noch ein Hinweis. Über minicom kann man sich natürlich an der Konsole als root anmelden. Per ssh geht das sinnvollerweise nicht. Allerdings: auch ein su geht nicht! Der normale User ist nicht in der richtigen Group, um su durchführen zu können. Also gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Per minicom - Konsole als root einloggen, und den user der Gruppe wheel zuorden (in die Datei: /etc/master.passwd)
2. Direkt bei der Installation für den User die zusätzliche Gruppe wheel angeben.
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