Archiv für October, 2007
Markus am 31.10.07 um 2:05 pm Uhr

Nur vier Worte…

/var/log/life/markus.log

Wunderschöne große braune Augen

Mehr sog i ned.

Markus am 30.10.07 um 11:17 pm Uhr

Debian-Boot Image auf dem USB-Stick

Debian, Linux Tools

Ich hatte keine Lust ständig neue CDs zu brennen. Ich wollte einfach einen USB-Stick haben, von dem aus die Debian-Installation durchgeführt werden kann. Einfach ein ISO draufkopieren funktioniert verständlicherweise nicht. Also habe ich hier mal aufgeschrieben, wie man so einen USB-Stick vorbereitet.

Zu allererst: Ich übernehme keine Haftung für verlorene Daten (auf dem USB-Stick oder fälschlich angegebenen Devices!)

Was braucht man?

-1. einen USB-Stick
0. Rechner, die von USB booten können.
1. Software
1.1 fdisk (oder vergleichbar, um den Stick zu partitionieren)
1.2 mkdosfs (um den Stick zu formatieren)
1.3 syslinux (um den boot-Sektor zu schreiben)
2. die erforderlichen debian-Files (näheres dazu später)

Vorgehensweise:

1. USB-Stick einstecken und das zugehörige device suchen. Bei mir /dev/sdb. Deshalb wird im Folgenden auch immer auf dieses Device eingegangen. Aber Achtung! Wenn es das falsche device ist, dann wird dort alles gelöscht!

2. Device partitionieren.
fdisk /dev/sdb
Dann so oft d und die Partitionsnummer angeben, bis alle Partionionen gelöscht sind. p zeigt dann einen unpartitionierten Stick. (für vier Partitionen also: d - 1 d - 2 d - 3 d -4)

Neue Partition anlegen: n - p - 1 < Enter >. Damit wird auf dem gesamten Stick eine primäre Partition angelegt.
Diese bootable machen: a drücken
Diese als Dos-Partition (fat16) kenntlich machen. t - 6
Partitionstabelle schreiben: w
Damit sind die Partitionen erstellt.

3. Formatieren: mkdosfs -I /dev/sdb (Das -I ist ein Iiieeeh :-) )

4. Den Systemloader installieren: syslinux /dev/sdb

Jetzt ist es soweit, die passenden Files zu holen. Dazu von einem Mirror in der Nähe im Pfad ../debian/dists/ etch/main/ installer-i386/current/ images/hd-media die Files: vmlinuz und initrd.gz downloaden. Weiterhin ein Image, um die Grundinstallation durchzuführen. Das kann ein businesscard oder sogar ein volles Image einer CD sein - je nach Größe des Sticks. Achtung! Die Files müssen auf jeden Fall einer Debian-Version angehören! Sonst gibt es eine Fehlermeldung, weil die Kernels nicht zusammenpassen! Diesen Fehler habe ich anfangs gemacht, und deshalb sind einige Stunden Verzweiflung ins Land gegangen…

Diese drei Files auf den Stick kopieren. Das ISO darf dabei keinen zu langen Filenamen haben und muss auf .iso enden!
Jetzt ist noch die Konfig-Datei syslinux.cfg erstellen. Die kann umfangreich sein (muss aber nicht). Normalerweise reicht aber diese einfache Version:

default vmlinuz
append initrd=initrd.gz

Der Inhalt des Sticks sollte jetzt also so aussehen:

~stick$ ls
boot.iso
initrd.gz
ldlinux.sys
syslinux.cfg
vmlinuz

Das war’s auch schon. Jetzt im BIOS einstellen, dass von USB gebootet werden soll. Damit läuft die Installation wie von CD durch.

Probleme, die bei mir aufgetreten sind:

a) Fehlermeldung: “No Kernel modules were found. This probably is due to a mismatch between the kernel used by this version of the installer and the kernel version available in the archive. …”
Das ist auf die weiter oben genannte Tatsache zurückzuführen, dass die initrd.gz einen Kernel enthält, der nicht zum image passt. Dies ist mir regelmäßig passiert, als ich Testing installieren wollte. Testing geht scheinbar nicht, weil die initrd.gz nicht passend zum image bereitgestellt wird. (Das vermute ich zumindest.)

b) Das System bootet. Die Installationsroutine läuft an, es wird aber kein ISO-Image gefunden.
Das tritt auf, wenn vmlinuz und initrd.gz nicht aus dem ../hd-media Verzeichnis verwendet werden! Die Installation von einem USB-Stick aus benötigt zwingend! die Files aus ../hd-media!

Fazit: mit einem USB-Stick und einigen wenigen Handgriffen kann ein USB-Stick dafür verwendet werden, um ein komplettes Debian-System ohne CDs zu installieren.

Markus am 24.10.07 um 9:30 pm Uhr

Tor aus Source auf Debian installieren

Config, Linux Tools, Security

Das Tor Netzwerk ist eine Möglichkeit für Anonymität im Internet zu sorgen, indem die eigene IP versteckt wird. Tor sorgt dabei dafür, dass der Traffic über drei verschiedene und ständig wechselnde Tor-Server läuft. Damit kann zwischendrin und auch am Ende nicht nachvollzogen werden, woher bestimmte Anfragen kamen.
Zu Zeiten des Bundestrojaners, der eine Online-Durchsuchung ermöglichen soll, ist es sicherlich hilfreich dem vorzubeugen. Also: zuerstmal den Tor-Client installiert.

Das Ganze habe ich aus den Quellen übersetzt. Somit zuerst die Tor Quellen downloaden (Source tarballs) und entpacken (tar -xzf tor-x.x.x.x.tar.gz).

Anschliessend ein ./configure ausführen. Möglicherweise gibt es da Fehlermeldungen, weil die passenden Pakete nicht verfügbar sind. Es werden folgenden libraries benötigt: libevent und libssl.
Es müssen auf jeden Fall auch die dev-Pakete installiert sein, sonst gibt es Fehlermeldungen! (Could not find a linkable libevent bzw. Could not find a linkable libssl) Also: apt-get install libevent-dev und apt-get install libssl-dev.

Nachdem das erledigt ist, läuft das ./configure und das ./make gut durch. Tor liegt jetzt im Verzeichnis ../src/or/tor Von dort aus kann es gestartet werden. ( mit: ../src/or/tor & )

Weiterhin wird privoxy benötigt. Den habe ich als debian-Paket installiert.
apt-get install privoxy
Die Standard-Config /etc/privoxy/config muss nur an einer Stelle geaendert werden:
forward-socks4a / 127.0.0.1:9050 .
Wenn der privoxy und tor laufen, ist nur noch der Browser entsprechend zu konfigurieren:
Im Iceweasel wird das folgendermassen gemacht:
Edit –> Preferences –> Connection –> Settings…
Dann Manual proxy Configuration aktivieren und für den HTTP Proxy localhost Port 8118 einstellen und Use this proxy server for all protocols aktivieren. Fertig.

Iceweasel-settings-for-tor

Nun wird es Zeit zu schauen, ob die Verbindung über Tor läuft. Dazu kann eine Testsite aufgerufen werden, die die scheinbar eigene IP gegen die Tor-Exits checkt. Ist man mit einer Tor-Exit IP unterwegs, so ist man logischerweise im Tor-Netz angemeldet. Testen kann man das auf dieser Seite

Dann sollte es etwa so aussehen:

Tor-Check

Dann wird man sofort feststellen, dass die Internetverbindung wesentlich langsamer geworden ist. Und das ist auch der Grund, warum ich ungern ständig mit Tor serven möchte. Also: Was tun? Ich lege einen weiteren User an, bei dem die Internetverbindungen so konfiguriert sind, dass man ausschließlich über Tor surft. Und, wie bereits geschrieben, besteht auch die Möglichkeit beide User unter KDE mit einer eigenen Session anzumelden. Dem Tor_User werden dann die entsprechenden Scripte zum Starten bzw. killen des Tor-Clients in die ~/.kde/Autostart bzw. in die ~/.kde/shutdown gelegt.

Fazit: Die Einrichtung einer Internetverbindung über das Tor-Netzwerk ist völlig unproblematisch möglich. Die Surfgeschwindigkeit ist nicht der Hammer, dafür ist die Anonymität und damit auch die Sicherheit (Stichwort Phishing) wesentlich erhöht!

Markus am 23.10.07 um 9:43 pm Uhr

Startup und LogOut Scripte für KDE

Config

Wenn man den Wunsch hat, beim Ein- bzw. Ausloggen aus der KDE-Session einige Scripte ablaufen zu lassen, so ist das für KDE möglich. Jeder User hat ein Settings-Verzeichnis: ~/.kde

In diesem Verzeichnis residiert zum einen ein Directory Autostart. In diesem Ordner müssen alle Scripte liegen, die beim Starten der KDE-Session aufgerufen werden müssen.

Legt man zusätzlich einen Folder shutdown an (der existiert per default nicht!), so können in dem die Scripte liegen, die beim Logout abgearbeitet werden sollen.

Die Scripte müssen alle ausführbar sein. Also abschließend ein chmod o+x scriptname!

Somit ist auch der Wunsch nach Startup und LogOut-Scripten für KDE realisiert.

Markus am 22.10.07 um 8:32 pm Uhr

Mehrere Sessions des XServers gdm

Config, Server

Das schöne an Linux/Unix ist ja die Möglichkeit mehrere Konsolen zu haben. Standardmäßig sind es 6 Textkonsolen und eine grafische Konsole. Nun könnte es ja sein, dass man mehr als ein grafisches Terminal haben möchte. Das geht bei gdm sehr einfach einzustellen.

Dazu trägt man in der /etc/gdm/gdm.conf im Bereich [servers] folgende Zeilen ein:

[servers]
0=Standard
1=Standard

Anschließend ist der gdm neu zu starten /etc/init.d/gdm restart

Daraufhin kann man unter < Alt-F7 > und < Alt-F8 > einloggen. Genial ist das vor allem, wenn man parallel verschiedene Windowmanager testen möchte. Zwei Zeilen, und schon erhält man mehrere Sessions des XServers.

Markus am 16.10.07 um 7:35 pm Uhr

Vergleich Wordpress - Serendipity

Wordpress

Im Augenblick läuft bei mir noch Wordpress in der Version 2.0.5. Das ist ja schon lange komplett veraltet. Also hatte ich mir heute gedacht: Ich upgrade mal auf Wordpress 2.3. Das Ganze habe ich nicht auf einem Produktivsystem getestet. Was auch gut war, da mein Theme mit 2.3 nicht so recht klargekommen ist. Ursache dafür war, dass es eine neue Struktur der Database gibt. Es existiert bereits ein Schnitt ab der Version 2.2. Und scheinbar hat sich der mit 2.3 nochmal geändert. So sah es zumindest aus. Und ich hatte einfach nicht den Nerv mich da durchzuquälen. Also ist es erstmal bei 2.0.5 geblieben.

Da ich mir aber eh schon ein Testsystem installiert habe, wurde also gleichmal eine alternative Blogsoftware getestet. Und zwar Serendipity. Ziel war es mal zu testen, ob ein Umstieg von Wordpress lohnt.

Ich sehe bei Serendipity diese Vorteile:

  • übersichtlicheres Admin-Menü
  • Vereinfachte Plug-In-Verwaltung
  • Besseres Language-Management

Und Wordpress ist im Gegenzug mit einer ganzen Reihe nervtötender “Features” ausgestattet:

  • Plug-Ins laufen manchmal, manchmal nicht - auf jeden Fall ist die Ursache (für mich) nicht immer nachvollziehbar
  • Konzepte werden bei neuen Versionen oftmals massiv über den Haufen geworfen
  • Das Laden der Seiten im Admin-Menü dauert ewiglich

Die Installation und Bedienung von Serendipity war überzeugend einfach und übersichtlich. Das Einbinden von Plug-Ins hat mich begeistert. Weiterhin konnten auch Beiträge von Wordpress sehr komfortabel übernommen werden (direkt aus mysql).

Warum bin ich also nicht umsteigen? Die Themes! Mit viel Mühe habe ich mir ein Wordpress-Theme gebastelt, dass meinen Wünschen entspricht. Und ich hatte einfach keine Lust ewig an einem weiteren Theme zu basteln.
Und - ehrlich gesagt - ich habe mich so an Wordpress gewöhnt, dass es schon sehr schmerzhaft sein muss, bis ich auf ein anderes Frontend (wie Serendipity) umsteige.